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Beständigkeit von Spiegeln

Erkenntnisse aus Gutachter-Tätigkeit

Spiegel hängen in jeder Wohnung und in jedem Badezimmer. Die wenigsten allerdings wissen, was beim Spiegeln geschieht oder was technisch notwendig ist, um in sein eigenes Gesicht blicken zu können. Der überwiegende Teil der verbauten Produkte sind silberbeschichtete Floatglas-Spiegel, welche an die Wand geschraubt oder geklebt werden.

Das Spiegeln hat damit zu tun, dass Lichtstrahlen von Gegenständen zurückgeworfen werden – vergleichbar mit einer Billardkugel, die von einer Bande abprallt. Bei der Produktion von Spiegeln werden Glasplatten gereinigt, spiegelglatt poliert und auf der Rückseite mit einer hauchdünnen Silberschicht belegt. Die daraus entstehende, extrem hohe Glätte der Metallschicht auf dem polierten Glas bewirkt eine exzellente Reflektion von Lichtteilchen und somit eine tadellose Spiegelung der Umgebung. Auf dem Silberbelag werden weitere Schichten aufgetragen, um diesen vor Oxidation und Abrieb zu schützen. Bei sämtlichen Schichten wird, aus ökologischen Gründen, seit einiger Zeit auf Kupfer und Blei verzichtet.

Normale Spiegel brechen wie Float- oder Gussglas in gefährliche, schwertartige Glassplitter. Um die Personensicherheit zu gewährleisten (z. B. in Gymnastik- oder Tanzräumen), klebt man die Spiegel grossflächig auf den Untergrund oder verwendet Sicherheitsfolien.

Damit die Freude am Spiegel lange erhalten bleibt, ist es wichtig, auf eine korrekte Reinigung zu achten. In vielen Glasreinigern ist Ammoniak vorhanden, welches die Silberbeschichtung an der Glaskante angreifen und sichtbare Verfärbungen bzw. Randeinfressungen verursachen kann, wenn z. B. die untere Kante nach der Reinigung nicht extra getrocknet wird (siehe auch SIGAB-Richtlinie 102). Um solche Effekte zu vermeiden, können die Glaskanten mit Schutzschichten belegt werden: Die sogenannten Sanitärspiegel werden vor allem bei aggressivem Klima und in Räumen mit ständig hoher Luftfeuchtigkeit wie Schwimmbäder, Heilbäder oder Saunas eingesetzt.

Bild: Galvolux